Mensch bleiben … besucht uns auf der LAGA

MENSCH BLEIBEN …

… ist gerade in heutigen Zeiten so bedeutsam. So schwierig.

Mit dem Messingbuch an der Rathauspassage in Neuss setzte die Stadt 14 Neusserinnen und Neussern, die sich mutig für das Menschsein eingesetzt, gegen die NS-Regierung positioniert und dafür mit dem Leben bezahlt haben ein Denkmal.

Dieses Mahnmal haben wir als Grundlage für umfangreiche Recherche in Stadt- und Landesarchiven genutzt und daraus ein Portraitmalereiserie entwickelt.

MENSCH BLEIBEN …

… ist Thema dieser Portraitmalerei des Gymnasiums Norf.

Zu sehen sind gemalte Portraits der 14 Widerständler, gemalt von zwei Kunst-Leistungskursen des Gymnasiums Norf. Die Originalbilder wurden mit den Texten der Schülerinnen und Schüler auf Alutafeln gedruckt und sind während der gesamten LAGA Neuss dort im Alten Hengststall zu sehen.

Kommentare der Künstlerinnen und Künstler des Kunst-LKs:
    • Ludwig Waiss hat französischen Kriegsgefangenen zur Flucht verholfen, wodurch er 1943 wegen Feindbegünstigung zu einer Zuchthausstrafe verurteilt wurde. (Beyza) Er starb, nach der Befreiung aus dem Zuchthaus Werl durch alliierte Truppen, auf dem Heimweg nach Neuss in einem Krankenhaus in Essen an Entkräftung. (Zehra)
    • Josef Schulte war Konstrukteur und seit 1944 wegen Hochverrats in Düsseldorf inhaftiert. Er wurde erst ins Untersuchungsgefängnis Berlin, danach ins Zuchthaus Dreibergen eingeliefert, welches 1945 von alliierten Truppen befreit wurde. Auf dem Weg nach Neuss starb er an den Folgen der Krankheit aus der Haft. (Pauline)
    • Heinrich Maassen war ein Hammerschmied. Er wurde 1935 und 1937 zweimal wegen politischer Äußerungen verhaftet und wurde November 1938 ins „politische Lager Berlin“ überstellt. Heinrich Maassen starb am 02.01.1939 im Konzentrations-lager Sachsenhausen. (Wendi)
    • Luise Pakull war Teil der Bibelforscher Zeugen Jehovas, die damals verboten war. Das ist auch der Grund, weshalb sie zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. (Pia-Lisa) Sie wurde am 8. November 1895 in Hattingen geboren und wurde 1944 in Berlin hingerichtet. (Mia)
    • Franz Neukirchen wurde 1908 in Neuss geboren. Er war Hammerschmied und wurde 1933 wegen Flugschriftenverteilung für die KPD zu einer Gefängnisstrafe von 13 Monaten verurteilt. Danach war er erneut in Haft wegen Verdachts auf Vorbereitung zum Hochverrat. 1942 wurde er in die Strafkompanie 999 eingezogen und starb dort, am 16.04.1943. (Krista)
    • Josef Kempen, geboren am 24. August 1900, war Bäcker und Mitglied von mehreren kommunistischen Organisationen. Da er Flugblätter verteilt hatte, wurde er 1935 verhaftet und im Mai 1936 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ verurteilt. Bis Dezember 1937 saß er im Zuchthaus. Über 6 Jahre später, im Januar 1944, wurde er zur Strafkompanie 999 (Abteil der besonders schweren Arbeit für KZ-Häftlinge) eingezogen und starb als deren Angehöriger 1945 bei Hanau. (Laureen)
    • Hermann Düllgen war KPD-Mitglied. Später wurden bei einer Hausdurchsuchung antifaschistische Schriften und Briefe gefunden, er wurde 1944 in Frankfurt hingerichtet. (Merlin) Düllgen wurde am 26.12.1899 in Düsseldorf geboren, war Maurer und von 1929 bis 1932 Stadtverordneter für die KPD. Mehrfach wurde er verhaftet und zunächst wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einer zehnjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. 1944 wurde er wegen fortgesetzten Hochverrats, Feindbegünstigung und Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt. (Krista)
    • Borschbach war Soldat, sein Vater KPD-Mitglied. Wegen einer negativen Äußerung gegenüber den Nazis, wurde er verurteilt und hingerichtet im Zuchthaus Bruchsal. (Merlin) Ein wesentlicher Grund für die Schwere der Strafe war vermutlich die Behauptung der Neusser Polizei, dass sein Vater Mitglied der KPD gewesen sei. (Hanna)
    • Jakob Nottiger war bis 1926 Mitglied der KPD. 1933 befand er sich in Schutzhaft. 1940 wurde er vom Sondergericht Düsseldorf wegen „gehässiger Reden gegen führende Persönlichkeiten des Staates“ zu vier Monaten Haft verurteilt. (Pauline) Er lebte zuvor in Neuss. Am 27.8.43 wurde er erneut verhaftet und Hubert Dicken war ehemaliger Mühlenarbeiter, der für die verbotene KPD arbeitete. In der KPD organisierte er Treffen, sammelte Geld für Angehörige Gefangener und verbreitete Flugschriften. (Pia-Lisa) Als die Neusser KPD-Anhänger im Jahr 1935 von der Gestapo gefangen genommen wurden, verurteilte das Oberlandesgericht Hamm ihn 1936 aufgrund der „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu 6 Jahren Zuchthausstrafe. Trotz Absitzen der Strafe kam er 1942 in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Seitdem gibt es keine weiteren Informationen über ihn. (Maya)
    • Alfred Fleuren war Tongießer und ein Mitglied der Sozialistischen Arbeiterpartei. Er wurde 1935 verhaftet, da er mit der SPD Flugblätter verteilte, ihm wurde Hochverrat vorgeworfen. Anschließend wurde er angeklagt und kam ins Zuchthaus. (Beyza) Er wurde 1943, zur Strafkompanie 999 eingezogen und starb dort im April 1945. (Fiona)
    • Hans Funger war Reichsbahnbeamter und Widerstandskämpfer. Er lebte seit 1932 in Neuss und beteiligte sich führend am Widerstand der Internationalen Transportarbeiter-föderation. Er wurde 1937 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu einer 15-jährigen Zuchthausstrafe verurteilt und verstarb während des Gefängnisaufenthaltes. (Amine) Er war Journalist, Redakteur und Mitglied der SPD in Neuss. 1933 wurde er in den Stadtrat der SPD gewählt, jedoch beim Betreten des Rathauses verhaftet. 1935 wurde er erneut verhaftet, wegen der Verteilung von Druckschriften. (Pia) Trotz der Repressionen setzte er seine Widerstandstätigkeiten fort, baute ein Netzwerk zur Verbreitung illegaler Schriften auf und änderte seine Einstellung nicht. Er starb 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg. (Melike)
    • August Höhfeld war Zimmermann und wurde 1944 wegen Äußerungen staatsabträglicher Art verhaftet und ins Gefängnis in Düsseldorf verbracht. (Zehra) Als er zum Untersuchungshäftling für den Volksgerichtshof wurde, wurde ein Verfahren gegen ihn eingeleitet. Einige Zeit später nahm er sich das Leben im Gefängnis. (Fiona)

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