4. Vielfalt gestalten – Inklusion & Integration am Gymnasium Norf
Gemeinsam lernen. Individuell fördern. Vielfalt leben.
Von der bereits erfolgten Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit Förderschwerpunkten haben wir im Umgang mit neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern, die wir seit 2022 bei uns willkommen heißen und mittlerweile als SeiKids zu unserer Schulgemeinschaft gehören, profitiert. Bewährte Strukturen aus der Inklusion – individuelle Förderplanung, klare Rituale, verlässliche Bezugspersonen, sprachsensibles Material und Teamabsprachen – bilden die Grundlage unserer Integrationsarbeit. So wachsen Inklusion und Integration bei uns nicht nebeneinander, sondern miteinander.
Unsere SeiKids kommen aus unterschiedlichen Lebenssituationen zu uns, etwa aufgrund von Krieg, Verfolgung oder fehlenden Perspektiven. Daher stehen zunächst Ankommen, Orientierung, soziale Einbindung und Spracherwerb im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler werden einer Regelklasse zugeordnet und erhalten in den ersten beiden Jahren 12 bis 14 Wochenstunden Deutschförderung. Außerhalb dieser Förderung nehmen sie schrittweise am Fachunterricht teil. Dabei gilt der Grundsatz: So viel fachliche Beteiligung wie möglich, so viel spezielle Sprachförderung wie nötig. Individuelle und sprachsensible Materialien unterstützen den Übergang zum Fachunterricht. Der Förderraum dient zugleich als Lern- und Rückzugsort.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der sozialen Integration. Jedes SeiKid erhält eine Patin oder einen Paten; auch Mitschülerinnen und Mitschüler werden als Lernpartner einbezogen. Integration verstehen wir als gemeinsamen Prozess der gesamten Schulgemeinschaft. Die Integration findet jedoch nicht nur im Klassenzimmer statt. Gemeinsame Unterrichtsgänge und Exkursionen stärken das Miteinander und schaffen besondere gemeinsam Erlebnisse. Dazu gehören kulturelle und sportliche Highlights.
Rituale, klare Abläufe und Wochenpläne geben Orientierung, die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit individuellen Lernzielen zunehmend selbstständig und halbjährliche Lernstandsberichte dokumentieren die Entwicklung im Spracherwerb und Fachunterricht und werden mit Schülerinnen und Schülern sowie Eltern reflektiert. Daraus entstehen weitere Ziele und Perspektiven. Die Lehrkräfte begleiten und steuern diese Lernprozesse individuell. Je nach Lernbiografie und angestrebtem Abschluss kann der Bildungsweg am Gymnasium Norf oder an einer anderen passenden Schule bzw. Schulform fortgesetzt werden.
Grundlage sind verlässliche Team- und Unterstützungsstrukturen. Feste Absprachen, wöchentliche Teamzeiten und die koordinierende Fachkonferenz Integration ermöglichen die Abstimmung von Fördermaßnahmen. Die in der Inklusion bewährte multiprofessionelle Zusammenarbeit wird damit auch für die Integration genutzt.
Inklusion und Integration sind für uns zwei Ausdrucksformen derselben pädagogischen Grundhaltung: Nicht Defizite stehen im Mittelpunkt, sondern die Ressourcen eines Kindes, sein Unterstützungsbedarf und die Frage, wie Teilhabe gelingen kann. Die Erfahrungen aus dem Gemeinsamen Lernen haben unser Kollegium für individuelle Lernwege, Übergänge sowie Barrieren sensibilisiert – davon profitieren alle Schülerinnen und Schüler.
So verstehen wir Unterschiedlichkeit als Normalität und Vielfalt als Stärke unserer Schulkultur. Unser Ziel ist ein sicherer Ort des Lernens und Zusammenlebens, an dem Kinder und Jugendliche sich gesehen fühlen, ihre Potenziale entfalten und Verantwortung für ihren Bildungsweg übernehmen. Ankommen, Mensch sein, Lernen verbindet dabei unsere inklusive Arbeit mit der Integration neu Zugewanderter.
Schulentwicklungsziele in diesem Bereich:
-
- Weiterentwicklung des Inklusionskonzeptes für Kinder mit dem Förderschwerpunkt HuK
- Fachlehrkräfte weiter darin unterstützen, Materialien, Aufgabenformate und Unterrichtsphasen so zu gestalten, dass SeiKids und Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen zunehmend aktiv am Fachunterricht teilnehmen können.
Aktuelles Inklusionskonzept (Stand 10/2026) als PDF herunterladen.
